Colama

Colama ist ein kleines Dorf das rund 30 Kilometer östlich von Tipitapa liegt, etwa zwei Busstunden entfernt. Es fährt nur dreimal die Woche ein Bus von Tipitapa nach Colama und in der Regenzeit, also von Mai bis Oktober noch viel seltener, denn dann tritt der Fluss, den man überqueren muss, um nach Colama zu kommen, über die Ufer, bis man ihn schließlich gar nicht mehr passieren kann. In Colama leben etwa 400 Menschen. Mittlerweile gibt es in Colama Elektrizität, jedoch hat es noch immer kein Wasseranschluss, zumindest keine funktionierenden und somit kein fließendes Wasser. Es werden täglich Eimer und Behälter voller Wasser von der Wasserstelle des Dorfes in die Häuser getragen.

Im Sommer 2010 hat in diesem Dörfchen, das im Grünen auf einer Anhöhe liegt, eine Gruppe spanischer Jugendliche aus Barcelona eine kleine Bibliothek eingerichtet. Jetzt wird sie von einem Nicaraguaner verwaltet. Da er Unterstützung gebrauchen kann, arbeiten manchmal auch Freiwillige der „Casita” dort. Die Bibliothek in Colama ist deutlich kleiner als die in Tipitapa. Sie soll den Bewohnern vor allem eine Abwechslung bieten, da sie recht isoliert leben und nur wenig Ausgleichsmöglichkeiten zum Alltag haben. Es gibt eine kleine Sammlung spanischer Kinderbücher und Materialien zum Basteln und Malen.

Der Großteil der Bevölkerung Colamas lebt davon, Brennholz zu hacken und zu verkaufen. Die meisten Familien haben eigene Kühe, Schweine und ein Pferd. Sie bauen Reis, Bohnen und ein wenig Gemüse an. Die Mütter und Kinder gehen fast täglich an die Wasserstelle um ihre Wäsche dort zu waschen. In Colama gibt es insgesamt vier verschiedene Kirchen und eine kleine Grundschule, die bis zur 5. Klasse geht. Auch häusliche Gewalt ist in Colama, wie in vielen ländlichen Regionen Nicaraguas, ein Problem.